Inklusion sichern – Sonderpädagogik an der JGU erhalten!

Pressemitteilung vom 30. Januar 2018

Der Verband Sonderpädagogik Rheinland-Pfalz wendet sich in einem offenen Brief an die Hochschulleitung gegen die geplante Schließung der AG Sonderpädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Mit diesem Schritt werden aus Sicht des Verbands alle bisherigen Erfolge bei der Umsetzung einer inklusiveren Gesellschaft in Rheinland-Pfalz untergraben und gefährdet.

Derzeit ist die Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz einer von zwei universitären Standorten in Rheinland-Pfalz, an denen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen ausgebildet werden. Aktuell wird an der JGU jedoch massiv die Schließung der AG Sonderpädagogik vorangetrieben. Studierendenproteste und Unterschriftenaktionen blieben bislang erfolglos. Als größter Fachverband für Behindertenpädagogik wendet sich der Verband Sonderpädagogik, Landesverband Rheinland-Pfalz in einem offenen Brief an die universitären Entscheidungsgremien scharf gegen dieses Vorgehen und fordert den Erhalt der Sonderpädagogik in Mainz ein.

Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention stellt eine große gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. Um diese Herausforderung für alle Menschen gewinnbringend bewältigen zu können ist es notwendig, dass professionell ausgebildete Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen in ausreichender Zahl vorhanden sind – eine Anforderung, die in der Praxis viel zu selten erfüllt ist. Mit der geplanten Abschaffung der Sonderpädagogik an der Universität Mainz verschärft sich dieses Problem noch einmal massiv. Der Verband Sonderpädagogik verweist in seinem Protest auf die Verpflichtung aller Institutionen, sich an der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu beteiligen. David Scheer und Anne Trinkaus, die beiden Vorsitzenden des Verbands, erklären sich mit den Protesten der Studierenden solidarisch: „Die Art und Weise, wie die Universität hier in widersinniger Weise gegen die Interessen der Studierendenschaft und gegen einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag agiert, ist uns vollkommen unverständlich!“

 

Zur weiteren Information:

  1. Offener Brief an die Gremien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (hier stellvertretend an den Präsident)
  2. Pressemitteilung zum Download