Wir über uns

Als Fachverband der Behindertenhilfe tritt der Verband Sonderpädagogik gemäß seiner Satzung für alle Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche ein, die behindert oder von Behinderung bedroht sind. Er setzt sich für ihre Bedürfnisse von der Frühförderung über die schulische Bildung in Förderschulen, in allgemeinen und beruflichen Schulen bis hin zur beruflichen Eingliederung ein. Inklusion und Partizipation als Leitbegriffe einer demokratischen und humanen Gesellschaft bilden Grundlage sonderpädagogischen Handelns.

Die Arbeit des Landesverbands richtet sich an den Leitlinien des Bundesverbands aus.

In diesem Sinne vertritt der Verband bezogen auf die nachfolgend aufgelisteten Förderschwerpunkte die folgenden Positionen in der Landespolitik:

Uneingeschränktes Bildungsrecht

Jeder Mensch hat das uneingeschränkte Recht auf Bildung und lebenslanges Lernen. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, die von Behinderung bzw. Benachteiligung betroffen oder bedroht sind, dieses Recht im individuell bestmöglichen Setting wahrnehmen können.

Inklusive Bildung und sonderpädagogische Expertise

Die UNESCO bezeichnet inklusive Bildung als Prozess. Ziel ist es, auf die Bedürfnisse aller Lernenden einzugehen und diesen effektive Bildung und Begleitung ohne Diskriminierung zu bieten. Wir setzen uns für dieses Ziel ein und sehen die Professionalität von Sonderpädagog/innen als eine der Grundvoraussetzungen für das Gelingen inklusiver Bildung. Deshalb treten wir konsequent ein für die Sicherstellung sonderpädagogischer Fachlichkeit – auch in einem inklusiven Bildungssystem.

Schwerpunktschulen

Das Land Rheinland-Pfalz hat sich für einen Weg inklusiver Bildung entschieden, der zum Einen auf dem Wahlrecht der Schüler/innen bzw. ihrer Eltern (als Stellvertreter/ innen) zwischen Förderschule und der Förderung an einer allgemeinen Schule basiert und zum Anderen davon ausgeht, dass nicht alle Schulen auf einmal dieses Angebot leisten könnten. Daher beauftragt das Bildungsministerium seit 2001 schrittweise mehr Schulen der Primar- und Sekundarstufe (sogenannte Schwerpunktschulen) mit dem Angebot inklusiver Bildung. Wir unterstützen diesen Weg grundsätzlich. Gleichzeitig setzen wir uns für eine Verbesserung der personellen und materiellen Rahmenbedingungen ein.

Förderschulen

Auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem stößt die allgemeine Schule immer wieder an Grenzen. Manche Kinder und Jugendliche brauchen Formen der Unterstützung, die bislang nur spezialisierte Einrichtungen bieten. Wir setzen uns in aller Deutlichkeit dafür ein, dass es diese Angebote so lange gibt, bis an allgemeinen Schulen auch für diese jungen Menschen die nötigen Bedingungen für gelingende Bildungsprozesse geschaffen werden können. In der immer wieder aufkommenden öffentlichen Diffamierung der wertvollen individuumsbezogenen pädagogischen Arbeit in Förderschulen sehen wir ein eher ungeeignetes Mittel, um mehr schulische Gemeinsamkeit zu bewirken. Dem stellen wir Gesprächsbereitschaft und Offenheit gegenüber.